Friedensforum Lahr

Dokumentation

Badische Zeitung
29. August 2014

"Viele warten schon darauf"
Menschenkette für Frieden am Antikriegstag

Klaus Schramm vom Lahrer Friedensforum ruft für Montag, 1. September, 18 Uhr, am Rosenbrunnen zu einer Menschenkette für den Frieden auf.

LAHR. Im Gespräch mit BZ-Mitarbeiter Hagen Späth berichtet Schramm von seiner Erfahrung, dass viele Menschen geradezu darauf warten, gegen die vielen aktuellen Kriege und für Frieden zu demonstrieren.

BZ: Warum rufen Sie gerade jetzt zu einer Veranstaltung für den Frieden auf?

Schramm: Spätestens seit Anfang des Jahres ist eine internationale Zuspitzung der Situation von Libyen bis hin zum Irak zu erkennen. Der Konflikt in Libyen ist noch nicht beendet. Im Nahen Osten kommt es seit Jahren immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Israel-Palästina-Konflikt ist bis heute ungelöst. Syrien befindet sich seit Monaten im Kriegszustand. Jetzt ist auch noch die Ukraine hinzugekommen, wo die Gefahr besteht, dass sich der Krieg dort zu einem atomaren Ost-West-Konflikt entwickelt. Der Montag ist der 1. September und damit der Antikriegstag. Am Montag vor 75 Jahren brach Hitler mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg vom Zaun. Dazu kommt, dass vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg begann.

BZ: Deutsche Firmen verdienen mit an diesen Kriegen. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Für Sie ein weiterer Grund für die Menschenkette?

Schramm: Ganz klar. Es ist ja jetzt sogar so, dass die Bundesregierung Waffen in den Irak liefert. Und dafür benötigt sie noch nicht einmal einen Beschluss des Bundestags. In einer solchen Situation gilt es, eine Plattform für all jene Menschen zu schaffen, die dem entgegenstehen. Es sind ja 67 Prozent der Deutschen nach einer Umfrage des ZDF gegen eine solche Waffenlieferung.

BZ: Haben Sie nicht auch andere Parteien oder Organisationen angesprochen?

Schramm: Eine Partei unterstützt die Menschenkette nicht. Aber wir haben beim Aufhängen der Plakate und beim Verteilen der Flyer gespürt, dass die Veranstaltung auf großes positives Interesse stößt. Mehrmals fiel der Satz, dass es bitter nötig sei, wieder einmal so etwas zu machen. Viele Menschen warten geradezu darauf, sich artikulieren zu können.

Zur Person: Klaus Schramm, 58 Jahre, wohnt in Lahr, Journalist, Mitglied des Friedensforums