Friedensforum Lahr

20. September 2017
Infostand auf dem Sonnenplatz

Friedensforum und DFG/VK
gemeinsam mit dem Friedens-Mobil

Infostand am 20.09.2017 - Foto: Klaus Schramm - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0
Gemeinsam mit Thomas Mickan von der DFG/VK konnten Mitglieder des Friedensforums Lahr an einem sonnigen Nachmittag mit ihren Argumenten viele interessierte Lahrerinnen und Lahrer vom "Nein" zur Ansiedlung einer Munitionsfabrik überzeugen. Klaus Schramm faßte diese Argumente in einem prägnanten Vergleich zusammen:

"Ein barocker Brunnen auf dem Markplatz. Mindestens fünf, sechs, sieben Wasserspeier in Gestalt dicker goldglänzender Karpfen mit geöffneten Mäulern. Aus jedem der Mäuler schießt ein Wasserstrahl in ein großes Becken. Und dieses Becken hat gleich mehrere Abflüsse, so daß das Wasser auch abfließen kann, wenn einer davon verstopft sein sollte. Doch das Wasser schwappt über den Rand des Beckens. Der Marktplatz ist schon zu großen Teilen überflutet. Die Stadtverwaltung beordert einen Klempner, um vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Der Mann stellt fest, daß keiner der Abflüsse verstopft ist - und: Er installiert einen zusätzlichen Wasserspeier!"

Selbst einem kleinen Kind ist sofort klar, daß nach der Installation des Klempners noch mehr Wasser den Marktplatz überfluten wird. Und klar ist ebenfalls: Die baden-württembergische Polizei, Schützenvereine und andere zivile Abnehmer werden nicht mehr kaufen, nur weil ein Schweizer Unternehmen zusätzliche Munition im "Ländle" in den Markt einspeist. Deren Bedarf ist seit vielen Jahren konstant und es steht nicht zu erwarten, daß die hiesige Polizei in Zukunft jedes Jahr einen Ehren-Salut auf die deutsch-schweizerische Verbrüderung verballert! Die gesamte Menge an zusätzlich in Baden-Württemberg produzierter Munition wird also "über den Rand des Beckens" - sprich: in den Export fließen...

Außer den Infos zu der vom Schweizer Rüstungs-Unternehmen Saltech geplanten Munitions-Fabrik auf einem Areal im Westteil des Lahrer Industrie- und Gewerbezentrums (IGZ) bot der Info-Tisch Lesenswertes zu etlichen anderen Themen: Zum Atomwaffen-Standort im rheinland-pfälzischen Büchel, zur Werbung der Bundeswehr an Schulen, zu den Rüstungs-Firmen in Baden-Württemberg, zum Drohnen-Krieg u.v.a.m. Am Abend konnte das Friedensforum zudem viele weitere Namen unter der Resolution verzeichnen.

Infostand am 20.09.2017 - Foto: Klaus Schramm - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0